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der_Himmel_Ueber_Berlin_zuhauseundunterwegs

Gute vier Wochen sind vergangen, jedoch hallt die Kippenberger Ausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin immer noch nach. Unbedingt wollte ich die Retrospektive sehen, nicht weil ich ein verfechter Kippenbergers bin, nein; eher im Gegenteil. Vielleicht ist es gerade das, was mich dorthin trieb. Nach einem exzessiven Leben verstarb er 1997 im Alter von 44 Jahren an Leberkrebs, dieses Jahr hätte seinen 60. Geburtstag gefeiert. Er galt zu Lebzeiten als aufdringlicher Selbstpromoter. Seine Kunst war facettenreich, zweifelsohne. Etliche Werke ließ er von anderen anfertigen, sodass <seine> Kunst für mich immer schwer greifbar war. Nach seinem frühen Tod entdeckte ihn die Kunstwelt als pointierten Gesellschaftskritiker und die Preise für seine Werke stiegen entsprechend nach oben. Das war es, was ich vorab von ihm wusste. Einiges las ich über die Schau in diversen Magazinen oder Blogs; durchwegs Gutes. Stefanini war gefangen vom autobiographischen Portrait und teilte ihre Einblicke ins Innere der Ausstellung. Danke nochmals für die Inspiration zum Buch an dieser Stelle; es gewärt viele innige Erinnerungen aus dem Blickwinkel der Schwester und hat dem Besuch sicher um einiges mehr an Hintergrundtiefe verholfen. Und jetzt? Ein Verfechter Kippenbergers bin ich immer noch nicht, der Gleichklang mit seiner Kunst bleibt weiter aus, jedoch konnte ich durch die Ausstellung mehrere Anknüpfpunkte gewinnen: ich sehe ihn jetzt mit anderen Augen.

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